Abgeblühte Stauden im Juli schneiden: Welche Pflanzen danach ein zweites Blütenmeer bilden

Abgeblühte Stauden im Juli schneiden: Welche Pflanzen danach ein zweites Blütenmeer bilden

Warum der Schnitt nach der Blüte im Juli so wirksam ist

Sobald eine Staude verblüht, lenkt sie ihre Energie in die Samenreife. Ein konsequenter Sommerschnitt unterbricht diesen Prozess: Die Pflanzenkraft fließt zurück in die Wurzeln und treibt neue Blütentriebe hervor. Gleichzeitig verhindert der Remontierschnitt unerwünschte Selbstaussaat, hält den Bestand kompakt und schützt vor Pilzkrankheiten, die sich gern in abgestorbenen Trieben festsetzen. Das Ergebnis: viele Stauden bilden bereits vier bis sechs Wochen nach dem Schnitt eine zweite Blütezeit, die bis in den Spätsommer oder Frühherbst reicht.

Der optimale Zeitpunkt liegt in den meisten Jahren zwischen Anfang und Mitte Juli – sobald die erste Blütenflor deutlich nachlässt und die verblühten Triebe überwiegen. Wer zu lange wartet, riskiert, dass die Pflanze bereits Samen ansetzt und die zweite Blüte ausbleibt.

Diese 7 Stauden blühen nach dem Rückschnitt ein zweites Mal

Die folgenden remontierenden Stauden reagieren besonders zuverlässig auf einen Julischnitt mit einer zweiten Blütezeit. Für jede Pflanze gilt: sauber schneiden, danach gießen, und etwas Geduld mitbringen.

Rittersporn (Delphinium)

Den Rittersporn schneidet man Anfang Juli zurück, sobald die majestätischen Blütenkerzen verblasst sind. Die Triebe werden bis auf etwa 10–15 cm über dem Boden eingekürzt. Wer jetzt auch etwas Langzeitdünger einarbeitet, darf im August mit einer zweiten, etwas kompakteren Blüte rechnen. Rittersporn schneiden ist zudem wichtig, um Mehltau vorzubeugen, der sich in dichten, abgestorbenen Trieben schnell ausbreitet.

Katzenminze (Nepeta)

Katzenminze zurückschneiden lohnt sich besonders: Die Pflanze treibt nach einem beherzten Rückschnitt auf etwa die Hälfte ihrer Höhe (Mitte Juli) innerhalb weniger Wochen neu aus und blüht oft bis Oktober. Nepeta ist dabei sehr robust – selbst ein radikaler Rückschnitt knapp über dem Boden schadet ihr nicht.

Frauenmantel (Alchemilla)

Beim Frauenmantel genügt es, die verblühten Blütenstände großzügig bodennah abzuschneiden – am besten Anfang bis Mitte Juli. Das grüne Blattwerk bleibt, frische Blütentriebe erscheinen binnen weniger Wochen. Zugleich verhindert man so die für viele Gärtner lästige Selbstaussaat, die aus Alchemilla schnell einen Bodendecker-Teppich macht.

Gartensalbei (Salvia nemorosa)

Gartensalbei wird nach der ersten Blüte auf ein Drittel der Triebe eingekürzt, idealerweise Anfang Juli. Schon drei bis vier Wochen später zeigen sich neue Blütenähren in sattem Blauviolett. Die zweite Blüte ist oft genauso üppig wie die erste – vorausgesetzt, der Standort bekommt ausreichend Sonne.

Storchschnabel (Geranium)

Viele Storchschnabelarten – besonders Geranium pratense und Geranium × magnificum – treiben nach einem Rückschnitt im Juli frisch aus. Die Triebe werden dabei knapp über dem Boden abgeschnitten. Das Blattwerk erneuert sich komplett, und ab August erscheinen erneut Blüten. Ein angenehmer Nebeneffekt: Das häufig im Sommer auftretende Mehltauproblem verschwindet mit dem alten Laub.

Kugeldistel (Echinops)

Bei der Kugeldistel gilt: direkt nach der ersten Blüte, spätestens Mitte Juli, die verblühten Köpfe bis auf das nächste Blattauge zurückschneiden. Daraufhin bilden sich Seitentriebe mit neuen Kugelblüten, die Insekten – vor allem Bienen und Hummeln – in den Spätsommer begeistern. Wer einige Samenstände für Vögel stehen lassen möchte, kann einen Teil der Pflanze unberührt lassen.

Schafgarbe (Achillea)

Schafgarbe blüht nach dem Rückschnitt der verblühten Dolden um etwa ein Drittel der Triebe (Juli) sehr verlässlich nach. Die Pflanze verzweigt sich stark, sodass die zweite Blütenflor im August oft dichter wirkt als die erste. Bei Achillea ist ein zu tiefer Schnitt knapp über dem Boden zu vermeiden – besser auf Höhe des nächsten gesunden Blattpaares bleiben.

So führst du den Remontierschnitt richtig durch

Das richtige Werkzeug vorbereiten

Für den Sommerschnitt reicht eine scharfe Gartenschere aus. Stumpfe Klingen quetschen das Gewebe und öffnen Eintrittspforten für Pilze und Bakterien. Vor dem Wechsel zwischen verschiedenen Pflanzenarten lohnt es sich, die Klinge kurz mit einem Alkoholtuch oder Isopropanol abzuwischen – so lässt sich eine Krankheitsübertragung zwischen den Pflanzen verhindern. Bei sehr holzigen Trieben (z. B. älterem Rittersporn) ist eine Astschere oder Heckenschere für den Flächenschnitt praktischer.

Den Schnittpunkt sauber wählen

Grundregel: immer knapp über einem Blattansatz oder einer Verzweigung schneiden, nie in der Mitte eines Internodiums. So vertrocknet kein langer Stummel, der Fäulnis begünstigt. Das Schnittgut – vor allem, wenn es Pilzbefall zeigt – gehört in den Hausmüll oder die Biotonne, nicht auf den Kompost.

Nach dem Schnitt gießen und düngen

Unmittelbar nach dem Schnitt sollte man gründlich wässern, damit die Pflanze den Neuaustrieb sofort starten kann. Eine Gabe Langzeitdünger – als Granulat um die Pflanze gestreut und eingearbeitet – versorgt die Staude mit den Nährstoffen, die für die zweite Blütezeit nötig sind. Stickstoffbetonter Flüssigdünger treibt zwar schnell, macht das Gewebe aber weich und anfällig; ein ausgewogener NPK-Langzeitdünger ist die bessere Wahl.

Hinweis für den Sommer 2025: Bei anhaltender Hitze und Trockenheit im Juli lieber abends gießen und die ersten Tage nach dem Schnitt auf Mulch setzen, um die Feuchtigkeit zu halten.

Häufige Fehler beim Sommerrückschnitt vermeiden

Zu früh schneiden schadet mehr als es nützt: Wer bereits kurz nach dem Aufblühen schneidet, raubt der Pflanze wichtige Photosyntheseleistung. Erst wenn die Mehrheit der Blüten deutlich verblasst ist, ist der richtige Moment gekommen.

Zu tief schneiden kann bestimmte Stauden empfindlich schwächen. Besonders bei Schafgarbe und Storchschnabel sollte man nicht vollständig auf Bodenniveau gehen, sondern immer mindestens ein gesundes Blattpaar stehen lassen.

Falsche Pflanzen erwischen ist ein klassischer Anfängerfehler. Bergenien und Heuchera beispielsweise blühen nach einem Sommerschnitt nicht ein zweites Mal nach – im Gegenteil, ein zu früher Rückschnitt kann die Blütenknospen für das nächste Jahr zerstören. Diese Pflanzen in Ruhe lassen oder allenfalls die Blütenstiele nach der Blüte entfernen.

Insekten schonen: Wer einen Teil der Samenstände stehen lässt – etwa bei Kugeldistel oder Schafgarbe – unterstützt Bienen, Schmetterlinge und Vögel. Das § 39 BNatSchG schreibt vor, Pflanzen, die Wildtieren als Nahrungsquelle dienen, möglichst bis zum 1. Oktober nicht vollständig zu entfernen. Eine gute Faustregel: einen Bereich des Beets als „Wildbereich“ stehen lassen und nur die übrigen Pflanzen zurückschneiden.

Keine Blüten mehr erwarten, wenn man den Schnitt auf Mitte August oder später verschiebt: Die verbleibende Vegetationsperiode reicht dann für viele Stauden nicht mehr aus, um erneut aufzublühen.

Häufig gestellte Fragen zum Staudenschnitt im Juli

Welche Stauden schneidet man nach der Blüte zurück?

Typische Kandidaten für den Julischnitt sind Rittersporn, Katzenminze, Frauenmantel, Gartensalbei, Storchschnabel, Kugeldistel und Schafgarbe. Diese remontierenden Stauden bilden nach dem Rückschnitt zuverlässig neue Blütentriebe. Nicht für den Sommerschnitt geeignet sind unter anderem Bergenien, Heuchera und Herbstanemonen – sie blühen nach diesem Eingriff nicht erneut.

Welche Staude blüht zweimal im Jahr?

Zu den bekanntesten zweimal blühenden Stauden gehören Rittersporn (Delphinium), Katzenminze (Nepeta), Gartensalbei (Salvia nemorosa) und Storchschnabel (Geranium). Voraussetzung ist stets ein gezielter Remontierschnitt kurz nach der ersten Blüte sowie ausreichend Wasser und Nährstoffe danach. Ob die zweite Blüte tatsächlich erscheint, hängt auch von Standort, Bodenzustand und der Witterung im jeweiligen Sommer ab.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt?

Der ideale Zeitpunkt liegt bei den meisten Stauden zwischen Anfang und Mitte Juli, sobald die erste Blüte deutlich verblasst. Wer den Schnitt bis Ende Juli oder in den August verschiebt, riskiert, dass keine zweite Blüte mehr gelingt, weil der Herbst zu früh einsetzt. Ein Rückschnitt im Kalender lässt sich gut mit einer Staudenpflege-Routine verbinden: Schneiden – Wässern – Düngen an einem Termin erledigen.