Heilpflanzenporträt: Beinwell Symphytum officinale

Symphytum officinale

Rauhblattgewächse

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Gerbstoffe, Allantoin, Cholin

Wirkung: entzündungshemmend und wundheilungsfördernd, abschwellend, schmerzlindernd, wundreinigend

Heilanwendung: Beinwell ist eine alte Heilpflanze, die nachweislich schon vor 2000 Jahren Verwendung fand und von Dioskurides, Paracelsus und Hildegard von Bingen bei Knochenbrüchen und schlecht heilenden Geschwüren empfohlen wurde. Mit Beinwellwurzel-Salbe und Beinwellwurzelöl heilen stumpfe Verletzungen wie Blutergüsse, Prellungen, Verstauchungen, Gelenkschmerzen, Arthrose, Arthritis, Muskelverspannungen, Entzündungen, Sehnenverletzungen, Schleimbeutelentzündungen und Knochenbrüche. Beinwell hilft nicht nur bei der Wundheilung, sondern wirkt auch sehr gut abschwellend, wodurch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen schneller nachlassen.

Verwendung in der Küche: Die Blätter und Blüten sind essbar, die violetten Blüten sind eine hübsche Dekoration, die rauen Blätter können gedünstet als Gemüse zubereitet werden. Die Verwendung von Beinwell in der Küche ist aber nicht empfehlenswert, da in der Wildform der Pflanze leberschädigende Pyrrholizidinalkaloide (PA) enthalten sind.

Vorsicht: Beinwell enthält in geringen Mengen Pyrrholizidinalkaloide (PA), je nach Sorte bzw. Herkunft, es werden mittlerweile aber auch PA-freie Sorten gezüchtet, z.B. der Upland Beinwell, die man auch für den eigenen Garten kaufen kann. Bei Wildsammlung muss man davon ausgehen, dass Pyrrholizidinalkaloide (PA) in den Pflanzen enthalten sind und diese leberschädigend wirken.

Anbau: Beinwell wächst sehr häufig an Bächen und feuchten Standorten, die hübsche bis zu einem Meter hohe Staude ist an den meist violetten Blüten und den kratzig rauen Blättern gut zu erkennen. Der Anbau im eigenen Garten ist einfach, die Staude kann man in Bio-Gärtnereien kaufen oder man kann sich ein Stück der Wurzel aus dem Wald holen, mit etwas Feuchtigkeit und gutem lockeren Boden bekommt man schnell eine große stattliche Pflanze, die gerne von Bienen und Hummeln besucht wird. Beinwell braucht einen eigenen Platz, da er sich an einem passenden Standort richtig ausbreitet, passt er nicht in ein Kräuterbeet.

Vorsicht: Im frühen Frühjahr und im Herbst, zur Erntezeit der Wurzeln, könnte man im Wald die Beinwellblätter mit denen des giftigen Fingerhutes verwechseln!